Gesundheitsbestimmung und Empfehlungen für Vietnam Reisen


Vor der Reise sollten Sie wegen der Gültigkeit Ihrer Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung in jedem Fall Rücksprache mit Ihrer Versicherung halten. Es ist nicht auszuschließen, dass Sie als Patient eventuell für Behandlungskosten in Vorleistung treten müssen.


Grundsätzliches und Impfungen:

Die nachfolgenden Hinweise (Stand 10.2018) erheben keinen Anspruch auf Aktualität oder Vollständigkeit. Für Ihre Gesundheit sind ausschließlich Sie selbst verantwortlich. Bitte informieren Sie sich daher in jedem Fall rechtzeitig vor Reiseantritt über aktuellste Hinweise. Dies kann zum Beispiel über die Internetseite des Auswärtigen Amtes erfolgen.

Bei direkter Einreise nach Vietnam aus Deutschland gibt es keine vorgeschriebenen Impfungen. Anders sieht es aus, wenn Sie aus einem Gelbfiebergebiet (Informationen bei der Welt-Gesundheits-Organsiation: http://www.who.int/en/) einreisen wollen. Dann müssen Sie eine Impfung gegen Gelbfieber vorweisen können.

Aber auch, wenn weitergehende Impfungen nicht vorgeschrieben sind: Es ist dennoch empfehlenswert, die auch für Deutschland empfohlenen Standard-Impfungen (siehe Robert-Koch-Institut www.rki.de) vollständig auf einem aktuellen Stand zu haben. Zusätzlich dazu sind als Reiseimpfungen auch Impfungen gegen Hepatitis A (bei Langzeitaufenthalt auch Hepatitis B), Tollwut, Typhus sowie Japanische Encephalitis ratsam.


Andere Krankheiten:

Dengue
Die Krankheit wird in vielen Teilen des Landes inkl. der Städte durch die tagaktive Mücke Aedes aegypti übertragen. Eine Impfung dagegen gibt es leider nicht. Einzige Hilfsmaßnahme ist es, mit entsprechendem Mückenschutz eine Ansteckung mit der durch Stechmücken übertragenen Krankheit zu verhindern.

Zika-Virus-Infektion
Gemäß der Weltgesundeitsorganisation (WHO) wird Vietnam mit einer möglichen Übertragung von Zika-Viren klassifiziert, d. h. Kategorie 1 bzw 2 der aktuellen WHO-Einteilung  , auch wenn u. U. aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden. Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren. In Anlehnung an die derzeitigen WHO-Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. WHO-Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.

Malaria
Abhängig von der Region, die Sie besuchen, kann Malaria ganzjährig auftreten. Ein Ansteckungsrisiko besteht im zentralen Hochland bis ca. 1.500 m ü. d. M.südlich des 18. Breitengrades (Provinzen Kon Tum, Gia Lai, Dak Lak, Binh Phuoc, Dak Nong, sowie Hinterland der Küstengebiete von Quang Tri, Ninh Thuan, Quang Nam, Khanh Hoa). Ein geringeres Risiko besteht im gesamten Süden mit dem Mekong-Delta, in den Küstenregionen und im Norden. Stadtgebiete inkl. Ho-Chi-Minh-Stadt und der Großraum Hanoi bis zur Halong-Bucht gelten als malariafrei. Wie auch bei Dengue ist der beste Schutz, sich vor Stechmücken zu schützen, welche die Krankheit übertragen (Schutz durch Kleidung, Insektenschutzmittel, Moskitonetze, etc.). Evtl. gewünschte, weitere Schutzmaßnahmen sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

HIV/AIDS
Insbesondere in den Risikogruppen ist die Krankheit im Land unverändert ein großes Problem. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogenkonsum oder bei Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Infektionsrisiko. Kondombenutzung wird dringend empfohlen.

Durchfallerkrankungen (u.a. Cholera)
Durchfallerkrankungen treten vermehrt nach Regenzeiten auf (siehe auch Klima), verlaufen bei entsprechender Behandlung aber in der Regel ohne Komplikationen. In den Provinzen Ha Tinh, Quang Binh, Quang Tri und Thua Tien-Hue ist das Meerwasser durch Industrieabwässer verunreinigt. Hier wird deshalb zur Vorsicht beim Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten geraten. Vorbeugen kann man Durchfallerkrankungen zum Beispiel dadurch, dass man den Konsum von rohen Salaten sowie das Trinken von Leitungswasser vermeidet (besser abgepacktes Wasser aus Flaschen), Nahrungsmittel nach Möglichkeit immer kocht oder schält sowie möglichst häufig die Hände mit Seife wäscht und ggfs. desinfiziert.

Japanische Enzephalitis
Diese Erkrankung tritt meist im Süden während der Regen- und frühen Trockenzeit auf. Bei länger geplanten Aufenthalten in diesem Zeitraum ist Mückenschutz (auch wegen anderer Krankheiten) unerlässlich, eine rechtzeitige Impfung vor Reiseantritt sollte ebenfalls in Erwägung gezogen werden.

Tollwut
Tollwut wird vor allem durch Bisse von streunenden Tieren übertragen, welche es im ganzen Land gibt. Vermeiden Sie möglichst den Kontakt zu diesen Tieren. Eine Impfung vor Reiseantritt ist empfehlenswert, da adäquate medizinische Versorgung nicht überall im Land möglich ist.

Tuberkulose
Verglichen mit Europa tritt Tuberkulose landesweit häufiger auf. Eine Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Einer Infektion kann man also bei entsprechender Vorsicht entgegenwirken.

Vogelgrippe
Landesweit besteht die Gefahr bei direktem Kontakt mit Geflügel. Meiden Sie den Kontakt zu Geflügel (lebendig wie auch rohes Fleisch), insbesondere auch Geflügelmärkte.
 

Grundsätzliche medizinische Versorgung:

Der Standard der medizinischen Versorgung in Vietnam ist nicht mit dem deutschen Niveau vergleichbar. Das höchste Niveau gibt es in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, wo franco-vietnamesische Krankenhäuser über bessere Ausstattung verfügen und neben internationalen Kliniken als erste Anlaufstellen empfohlen sind. Ebenfalls grundsätzlich ratsam ist vor Reiseantritt die Rücksprache mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner, insbesondere für Reisende, welche an einem geschwächten Immunsystem leiden oder anderweitig in Behandlung sind.

 

 

(Kopie 4)

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