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Myanmar - Von Mandalay bis Rangon

Bis heute ist Myanmar, auch Burma oder Birma, ein in vieler Hinsicht mystisches und unentdecktes Land der Welt. Ein Land von atemberaubender Schönheit, das sich jetzt langsam der modernen Welt öffnet. Was kann der gewöhnliche Reisende von seinem Besuch erwarten und warum sollte sich jemand auf eine Reise in dieses Land begeben?

Myanmar bietet zahlreiche Höhepunkte Asiens - konzentriert in einem Land: Undurchdringliche Dschungel, schneebedeckte Berge und einmalige Strände, verbunden mit einer reichen und glanzvollen 2000jährigen Geschichte. Das vielseitige Land Südostasiens erstreckt sich von den schillernden Inseln der Andaman - See im Süden bis zu den östlichen Ausläufern des Himalaya - Gebirges.

Spektakuläre Monumente und antike Städte sind das Ergebnis einer bis heute andauernden, lebhaften Kultur von ca. 135 unterschiedlichen, ethnischen Gruppen. Unzählige Kulturschätze, versunkene Königreiche, die unglaubliche Pracht vergoldeter Pagoden und vor allem die außerordentliche Freundlichkeit der Einheimischen ziehen den Besucher in seinen Bann. Es ist eines der schönsten und unberührtesten Länder Asiens, in dem die Zeit scheinbar stehengeblieben ist.

Rangun / Yangon

Rangun (offiziell Yangon) im fruchtbaren Irrawaddydelta von Myanmars Süden liegt etwa 30 km von der Küste entfernt am breiten Yangon River. Mit rund 4,4 Millionen Einwohnern ist es die größte Stadt und das industrielle Zentrum des Landes. Bis zum Jahr 2005 war Rangun die Hauptstadt Myanmars; der Regierungssitz wurde dann jedoch nach Naypyidaw verlegt.

Die Stadt gilt als das wichtigste Tor nach Myanmar und als „Gartenstadt des Ostens“ mit einem reichen Bestand an Schatten spendenden Bäumen, immergrün und kühl mit schattigen Parks und wunderschönen Seen. Das Stadtbild unterscheidet sich damit grundlegend von dem anderer asiatischer Städte in vergleichbarer Größe: Einige Stadtviertel wirken wie Waldgebiete und lassen vergessen, dass Rangun eine 4-Millionen-Stadt ist.

In der Stadt befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie das Nationalmuseum für Kunst und Archäologie, die Nationalbibliothek und die Weltfriedens-Pagode, die 1952 zu Ehren des 2500. Todestages Buddhas erbaut wurde.

Rangun ist ferner die Heimat von drei großen Pagoden: die am Hafen gelegene Botahtaung-Pagode, die Sule-Pagode, die den städteplanerischen Bezugspunkt der kolonial geprägten Innenstadt darstellt und die Shwedagon-Pagode, das religiöse Zentrum Myanmars.

Das wohl bemerkenswerteste Denkmal der Stadt ist die große Shwedagon-Pagode, ein alter buddhistischer Schrein für die Haarreliquien Buddhas. Er ist 98m hoch und mit Blattgold überzogen. Die ältesten Teile der Pagode stammen wohl aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. wurden jedoch immer wieder durch Erdbeben beschädigt. Das bis heute erhaltene, prachtvolle Bauwerk stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Andere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind der liegende Buddha in der Chaukhtatgyi Pagode und die Seen Kandawgyi und Inya. Symbolträchtige Orte der Demokratiebewegung sind das Märtyrer-Mausoleum und das Haus von Aung San Suu Kyi.

Bagan

Bagan ist eine historische Königsstadt in Myanmar mit über 2000 erhaltenen Sakralgebäuden aus Ziegelstein. Bekannt als die Stadt der vier Millionen Pagoden ist sie eine der reichsten und größten archäologischen Stätten Südostasiens und somit das Hauptziel der Touristen in Myanmar. Der von Tempeln bestandene Bereich erstreckt sich über ca. 40 km² Steppenlandschaft. Die Stadt liegt in der heutigen Mandalay-Division, ca. 170 km südwestlich der Stadt Mandalay am Ostufer des Irrawaddy.

Diese verlassene Stadt mit fantastischen Pagoden und Tempelbauten gehört zu den vielen Wundern Asiens. Seine Blütezeit erlebte Bagan zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. Damals wurde eine wahrlich erstaunliche Zahl großartiger Bauwerke errichtet, die in der Vergangenheit mehrmals Plünderern zum Opfer gefallen sind. Zu den interessantesten der Tempel gehören die Anlagen Ananda, Thatbyinnyu und Gawdawpalin.

Shwezigon Pagode:
Sie wurde von König Anawrahta, dem Gründer des ersten burmesischen Reiches, begonnen und von König Kyansittha im Jahre 1084 fertiggestellt. Die Pagode war der Prototyp für die nachfolgenden Pagoden in Myanmar. Ende Oktober bis Anfang November findet hier das Pagodenfest statt.

Thatbyinnyu Tempel:
Der Thatbinnyu-Tempel in Alt-Bagan wurde angeblich 1144 eingeweiht und markiert den Beginn der mittleren Bauperiode in Bagan. Mit seinen über 60 m Höhe ist es das höchste Gebäude in Bagan. Ein Teil davon diente als Unterkünfte für Mönche. Im dritten Stockwerk findet sich das Sanktuarium mit einem großen sitzenden Buddha und im vierten Stock wurden Bücher sowie sakrale Gegenstände verwahrt.

Ananda Ok Kyaung (Kloster aus Backstein):
Der Ananda-Tempel ist ein buddhistischer Tempel, der zwischen 1091 bis 1105 errichtet wurde. Er zählt zu den elf größten Bauwerken Bagans. Sein Name erinnert an den langjährigen Begleiter und Cousin Buddhas, Ananda.

Jährlich im Dezember oder Januar finden dort religiöse Festlichkeiten statt, die ca. eine Woche andauern. Während dieser Zeit kommen zahlreiche Dorfbewohner und opfern am Morgen des Vollmondtages Geschenke für die anwesenden Mönche.

Mount Popa

Der Mount Popa ist ein erloschener Vulkan in der Myingyan-Ebene in Zentralmyanmar. Es befindet sich rund 50 Kilometer südöstlich von Bagan. Bei einem gewaltigen Erdbeben 442 v. Chr. hob sich der etwa 1.000 m hohe Vulkan aus der flachen Ebene. Der Gipfel liegt auf etwa 1.518 m. Diese fruchtbare, vulkanische Erde brachte inmitten der öden Umgebung unzählige Blumen in allen Farben hervor – daher der Name: Das Wort für Blume in Sanskrit ist Popa.
Mount Popa gilt als Wohnstätte der Nats, die die Schutzheiligen Myanmars darstellen.

Der wichtigste Pilgerort in Myanmar ist liegt quasi gleich um die Ecke: der benachbarte Popa Taung Kalat, ein 737 Meter hoher Vulkankegel mit zahlreichen Tempeln und Reliquien auf der Spitze.

Inle-See

Der Inle-See ist ein Süßwassersee im Shan-Staat in Myanmar. Er ist bekannt durch seine „Einbeinruderer“ sowie die schwimmenden Dörfer und Gärten. Der Alltag der Einheimischen ist völlig auf das Leben auf und mit dem See ausgerichtet. Der See ist etwa 22 Kilometer lang, an der breitesten Stelle 10 Kilometer breit und liegt auf etwa 875 Meter über dem Meeresspiegel. Seine Fläche beträgt durchschnittlich 12.000 ha. Auf und an den Ufern des Sees gibt es insgesamt 17 Dörfer, welche überwiegend von der Intha-Bevölkerung bewohnt sind und deren Häuser auf Pfählen im See stehen.

Transport- und Fortbewegungsmittel in den schmalen Kanälen der Ortschaften, auf den Feldern sowie in Ufernähe sind schmale Kanus. Für große Strecken auf dem See sind heute jedoch nur die größeren Boote mit Außenbordmotor erlaubt. Diese long-tail-Motorboote sind aufgrund der geringen Tiefe des Sees vorteilhaft.

Der naturbelassende See ist berühmt für seine landschaftliche Schönheit, die einzigartige, einbeinige Rudertechnik der Inthas, die schwimmenden Dörfer, den farbenfrohen schwimmenden Markt und das Inle Heilbad. Im Oktober findet dort ferner das Phaung Daw Oo Pagoden Fest statt.

Der Ort Nyaung Shwe liegt im Shan-Staat ca. 15 Kilometer südlich von Shwe-Nyaung an einem Kanal nördlich des Inle-Sees. Er ist sozusagen das touristische Tor zum Inle-See. Dazu gehören neben Hotels und Restaurants auch Bootsanlegestellen und die Möglichkeit, Boote zu mieten. Gut erreichbar ist Nyaung Shwe über den westlich von Shwe-nyaung gelegenen Flughafen in Heho.


Das buddhistische und hölzerne Shwe-yan-pyay-Kloster wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Das Gebäude besteht vollständig aus Teakholz und fällt durch seine ovalen Fenster auf. Heute wird es u.a. für den Schulunterricht von Novizen genutzt.

Eine weitere Attraktion ist das hölzerne Nga Phe Kyaung Kloster. Es ist ein 160 Jahre altes Kloster, das auf Pfählen über dem See gebaut wurde. Neben der Kollektion von Buddha Bildern ist das Kloster bekannt für dessen Mönche, die Katzen dressieren. Aus diesem Grund wird das Kloster auch Monastery of The Jumping Cats genannt.

Pagode Phaung Daw Oo:
Als einer der berühmten Hauptschreine am Inle-See beherbergt diese Pagode fünf kleine Buddhafiguren, die von den Seebewohnern hoch verehrt werden. Einmal im Jahr, Ende September bis Anfang Oktober, findet das Pagodenfest statt, bei dem vier der fünf Statuen auf einer bunten Barkasse den See umfahren.

Indainn:
Im Süden des Inle-Sees befindet sich das Dorf Indainn am Ende des Indein-Bachs, der mit vielen Windungen im See mündet. In den dortigen Pagodenruinen befinden sich 1054 Stupas. Erreichbar ist der Ort nur per Boot. Auch kann man dort einen Einblick in den Alltag der Dorfbewohner erhalten.

Auf beiden Seiten sind Reisfelder angelegt, wo man beobachten kann, wie die Bauern mit Wasserbüffeln die Felder pflügen und eggen. An vielen Stellen haben die Bauern im Bach Dämme aus Bambus gebaut, um ihre Reisfelder zu bewässern. Das Wasser des Indein wird aber nicht nur zur Bewässerung verwandt, sondern auch zum Baden und Kleiderwaschen.

Mandalay

Mandalay ist Myanmars kulturelles Zentrum und die Stadt, die am deutlichsten burmesisch geprägt ist. Sie war die letzte Hauptstadt des burmesischen Königreichs vor der Machtübernahme 1885 durch die Briten, welche Rangun zur Hauptstadt Myanmars machten. Mandalay liegt im Zentrum des Landes am Irawadi-Fluss. Mit knapp 1,6 Million Einwohnern ist Mandalay nach Rangun die zweitgrößte Stadt des Landes.

Sie ist zudem ein pulsierendes Handelszentrum sowie ein Refugium von reichem kulturellem Erbe. Mit den Ruinen der Königstadt und vielen alten Klöstern ist Mandalay ein Schauplatz für die burmesische Kunst und Architektur des 19. Jahrhunderts. Die Stadt ist ebenfalls bekannt für Holzschnitzereien, Silberwaren, Teppichknüpferei, Seide und andere Erzeugnisse traditioneller Handwerkskunst.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören Shwenandaw Kyaung (das einzige erhaltene Gebäude eines einst prunkvollen Palastes), Mandalay Hill mit seinen sich hinaufwindenden Treppen, Tempeln und atemberaubenden Ausblicken sowie der antike Rakhine Buddha in der Mahamuni Paya. Interessant sind auch die geschäftigen Märkte mit Produkten und Kunsthandwerk.

In der Nähe liegen die "vier verlassenen Städte" Amarapura, Sagaing, Ava und Mingun, deren schönste Mingun ist - nicht nur wegen der wundervollen Monumente, von denen einige mehr, die anderen weniger verfallen sind, sondern alleine schon wegen der Fahrt dorthin: Mingun ist nur auf dem Fluss zu erreichen, und die Bootsfahrt von Mandalay ist ein Genuss.

Mahamuni Pagode:
Verehrt als die heiligste Pagode in Mandalay, birgt diese die berühmte Maha Muni Buddha-Statue, von der man sagt, sie sei zu Lebzeiten Buddhas und in seiner Anwesenheit gegossen worden. Folglich gilt sie bei gläubigen Buddhisten als lebendig und wird daher „die heilige lebende Statue von Maha Muni“ genannt. Die sitzende Figur ist 3,8 Meter hoch. Das frühmorgendliche Ritual der Gesichtswaschung der Buddhastatue zieht täglich viele Gläubige an.

Kuthodaw Pagode:
Die Kuthodaw-Pagode (Pagode der Königlichen Verdienste) ist eine 1868 fertiggestellte Anlage in Mandalay. Sie besteht aus einer Vielzahl an pavillonartigen Tempeln, in denen je eine weiße Mamorplatte liegt. Diese Tempel werden auch Stupas genannt. Auf den Marmorplatten ist der Pali-Kanon niedergelegt, das Leben und die Lehren Buddhas. Die Pagode wird wegen dieser umfangreichen Darstellung auch als „Das größte Buch der Welt“ bezeichnet.

Irrawaddy Fluss:
Der größte Fluss des Landes ist der Ayeyarwady (frühere Schreibweise: Irrawaddy). Dieser ist auf einer Länge von 1600 Kilometern schiffbar, und seine Schwemmebenen bilden das größte landwirtschaftliche Zentrum des Landes. In seinem Mündungsgebiet, das sich etwa 150 bis 180 Kilometer südwestlich von Rangun befindet, bildet der Fluss ein etwa 40.000 km² großes Mündungsdelta, das vor allem als Reisanbaugebiet genutzt und durch Sedimentablagerungen pro Jahr bis zu 60 Meter in die Andamanensee hinauswächst.

Amarapura

Amarapura, die "Stadt der Unsterblichen", liegt rund 11 Kilometer südlich von Mandalay und war bis 1857 die Hauptstadt des oberen Burma. Es hat rund 23.200 Einwohner und zählt administrativ zur Mandalay-Division. Es ist ein kleiner, schnell wachsender Vorort von Mandalay. Nachdem die Stadt den Status der Hauptstadt verlor, wurde nach damaligem Brauch die meisten der wichtigen hölzernen Paläste und Klöster abgebaut und in die neue Hauptstadt nach Mandalay gebracht.

Vom alten Amarapura Palast ist wenig geblieben, doch findet man dort noch immer zwei gemauerte Bauwerke: Die Schatzkammer und den alten Wachturm. An allen vier Ecken der einst quadratisch angelegten Stadt befinden sich noch immer die Eckpagoden. Außerdem ist die Seiden- und Baumwollwebkunst mit Handwebstühlen dort sehr lebendig. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das 150 Jahre alte Mahagandayon Kloster sowie die 1.200 m lange Brücke U-Bein. Diese ist 150 Jahre alt und die längste Teakholzbrücke der Welt.

Inwa

Die Stadt liegt etwa 6 Kilometer südwestlich von Amarapura auf einer kleinen Insel zwischen den Flüssen Ayeyarwaddy und Myittha in der Mandalay-Division. Sie wurde 1364 n. Chr. von König Thado Minbya als Hauptstadt gegründet. Im Erdbeben von 1838 wurde sie jedoch zerstört. Die Palastruinen, die massiven Mauern des Forts und der Bruggraben lassen erahnen wie prunkvoll diese Stadt als Hauptstadt gewesen sein muss.

Übriggeblieben ist der "Schiefe Turm" von Inwa, ein 27 Meter hoher, gemauerter Wachturm. Weitere herausragende Sehenswürdigkeiten sind das Maha Aung Mye Bon Zan Kloster aus Backsteinen und Stuck sowie das Bagayar Kloster mit seinen berühmten und eindrucksvoll geschnitzten Holzornamenten und Teakholzpfosten.